Stellungnahme zur Diskussionen um repressive Massnahmen im Fussball

Fanarbeit Schweiz nimmt die wieder aufkommende Diskussion über verschärfte repressive Massnahmen gegenüber Fussballfans mit Sorge zur Kenntnis.

Weder die Schliessung der Gästesektoren, noch personalisierte Tickets oder eine Sitzplatzpflicht sind adäquate Lösungen für die hochkomplexe Situation rund um Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen. Sie haben keine nachhaltige präventive Wirkung und führen zu einer Verlagerung der unerwünschten Phänomene auf andere Bereiche. Die Erfahrungen aus den letzten Monaten und Jahren belegen dies und zeigen, dass vermeintlich einfache Lösungen nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Hinzu kommt, dass Kollektivstrafen und Sippenhaft rechtsstaatlichen Grundsätzen widersprechen.

Die bestehenden Gesetze, Verordnungen und insbesondere das «Hooligan-Konkordat» bieten Behörden und Polizei bereits heute eine Summe von repressiven Massnahmen, die eine konsequente Einzeltäter:innen-Verfolgung ermöglichen. Im Mittelpunkt muss aber die stete Förderung und Weiterentwicklung des Dialogs als unersetzbarer Bestandteil der präventiven Arbeit mit Fanszenen stehen. Hier sind alle Akteur:innen gleichermassen gefordert.

Fanarbeit Schweiz analysiert die Situation im Austausch mit dem Netzwerk der lokalen Fanarbeitsstellen und wird sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Thematik äussern.

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